P. Herbert Douteil CSSp
Jesus-Schriftzug am Flussufer
Diözese Cruzeiro do Sul / Brasilien

Missionsarbeit am Oberlauf des Amazonas

1961 – 1994 – 2017
Cruzeiro do Sul, den 21. Mai 2017

Am heutigen 21. Mai erinnere ich mich gerne zurück an den 21.5.1961, als ich in Grefrath meine Heimatprimiz feiern durfte. Damals fiel der Tag auf den Pfingstsonntag – er war bewusst von mir so ausgesucht worden, weil er ja zugleich das Hauptfest unserer Kongregation vom Heiligen Geist ist.

Heimatprimiz 21.5.1961

Dann kam der 21.05.1994, als mir vor jetzt 23 Jahren um genau 22:13 einer der Drogenhändler in Rio de Janeiro eine Kugel an den Kopf geschossen hat. Der Streifschuss selbst hat bei mir offenbar keine schlimmeren Folgen hinterlassen; möge aber meine „Rache“ an den Drogenhändlern wirksam werden, nämlich durch den „Hof der Hoffnung“ für die Frauen – der in Mâncio Lima für Männer ist ja schon seit sieben vollen Jahren voll tätig – möge auch die Ergänzung Wirklichkeit werden!

Streifschuss - 21.05.1994

Am heutigen 21.05.2017 hatte ich am Morgen eine Messe mit fünf Taufen und weiteren sieben Jugendlichen, die zur Erstkommunion gingen.Gestern hatte ich schon recht viele Beichten dieser Jugendlichen und vieler anderer, die heute ihr Exerzitienwochenende weiterführen.

Feier der Erstkommunion
Feier der Erstkommunion

Heute feiern wir hier auch mit einer Festmesse in der Kathedrale das Goldene Priesterjubiläum unseres Bischofs Dom Mosé Pontelo. Da ich zur gleichen Zeit eine Messe in der Kapelle São Francisco habe, hat mich der Bischof von der Anwesenheit in der Kathedrale dispensiert; es seien genügend andere Spiritaner zugegen, war die salomonische Entscheidung des Bischofs.

Am letzten Mittwoch ist unser so treuer Freund, der Kinderarzt Dr. Lothar Biskup nach einem Arbeitsaufenthalt von vier Wochen bei unserem Jesuskind nach Deutschland zurückgeflogen. Es ist unglaublich, wie viel er wieder hat tun können – auch die Besuche beim Staatsanwalt und beim Richter haben sich gelohnt, denn sein persönliches Zeugnis hat den Richter überzeugt, und so stehen wir jetzt auch offiziell auf der Liste der förderungswürdigen sozialen Einrichtungen – der erste Scheck von Gerichtsstrafen zugunsten solcher sozialen Werke ist bereits übergeben, mit denen wir Kurse für die Mütter der Kinder werden bezahlen können.

Noch weilt Frau Gunhild Quante aus Münster bei uns, die als Fachfrau für Homöopathie unseren Kindern und Familien helfen möchte, gegen die sehr stark verbreitete Malaria immuner zu werden. In Afrika haben sich ihre Mittel unter ähnlichen Verhältnissen schon sehr bewährt – möge es auch hier so geschehen!

Mein Bericht wäre nicht vollständig, wenn ich nicht auch kurz auf die Politik einginge; denn hier sind die Tage getrübt durch die Nachrichten aus der Politik, wo nach den Informationen der Deutsche Welle von gestern alle, wohl wirklich alle führenden Politiker in den großen Korruptionsskandal, der seit Jahren die brasilianische Gesellschaft erschüttert, verwickelt sind – auch der Präsident Temer, der übrigens vor Amtsantritt als Ersatzmann für die aus ihrem Amt entfernte Präsidentin Dilma schon rechtskräftig wegen derselben Anschuldigungen verurteilt gewesen war – nun scheinen ihn die Schatten der Vergangenheit einzuholen – vielleicht sogar ein gleiches Schicksal eines Impeachments zu drohen, wie zweien seiner Amtsvorgänger, Fernando Collor (1992) und Dilma Rousseff (2016).

 

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