P. Herbert Douteil CSSp
Bauernhof der Hoffnung im Bau
Diözese Cruzeiro do Sul / Brasilien

Missionsarbeit am Oberlauf des Amazonas

Neuestes vom Jesuskind und vom Hof der Hoffnung
Cruzeiro do Sul, den 26.10.2015

Projekt Jesuskind von Nazareth

Hier arbeiten wir weiter, wie es unserem Auftrag entspricht: Beim Jesuskind gehen unsere Bemühungen um die individuelle und die familiäre Hilfe weiter, dass alle sich immer besser selbst helfen können. Ein Beispiel ist ja eine unserer ersten Patienten, Rita de Cassia, die nun an der Universität studiert und sich aktiv als Schriftstellerin, wie sie sich selbst bezeichnet, für ihre Schicksalsgefährten einsetzt. (Zum Blog von Ria ritaaandrade.blogspot.com)

Der 14-jährige, wegen seiner Sehschwäche sehr behinderte Gerbeson, ist für die im nächsten Jahr stattfindenden paraolympischen Spiele nach Rio de Janeiro eingeladen, wo er bei den Laufwettbewerben teilnehmen wird. Dieses wurde möglich, weil er an einem ähnlichen Wettbewerb in São Paulo schon erfolgreich teilgenommen hatte.

In den letzten Wochen haben wir in den drei Landkreisen weitere Kurse für die Eltern gegeben, damit sie noch mehr von ihren Rechten erfahren und die Wege kennenlernen, sie auch durchzusetzen.

Projekt Bauernhof der Hoffnung

Beim Hof der Hoffnung für die Drogenabhängigen haben wir inzwischen den großen Wirtschaftsbau mit den Abteilungen für die Bäckerei und die Filetieranlage mit den uns verfügbaren Mitteln fast ganz fertig, auch den Teil mit der Seifensiederei. Dazu kommt noch ein großer Raum für Schulungen. Alles musste mit einer festen Zwischendecke und einer befestigten Umgehung versehen werden, alles auch den Vorschriften entsprechend für die Gesundheitsbehörde an den Wänden und auf dem Boden hygienisch einwandfrei gefliest werden – hier die genauen Maße, die zeigen, dass wir all dies nicht einfach nebenbei schaffen konnten: Bäckerei: 10x10 m = 100m², Filetieranlage: 10x5 m = 50m², Fläche der Fliesen am Boden und an den Wänden bei der Bäckerei: 260m², bei der Filetieranlage 170 m². Auch die sanitären Anlagen sind den Vorschriften entsprechend vorhanden; – Exhaustoren wurden angeschafft, die Aluminiumfenster mussten entsprechend dicht gemacht werden. Die Maschinen für die Bäckerei sind gekauft und aufgestellt, die Maschinen für die Filetier-, Verpackungs- und die Vakuumanlage sind gekauft und werden täglich erwartet, allerdings noch nicht die große Gefriertruhe, die wir erst kaufen, wenn wir genau wissen, wie groß die Produktion ist und wie lange die aufgearbeiteten Fische gelagert werden müssen.

Bei all dem stellten wir fest, dass wir auch einen neuen Transformator kaufen mussten. Denn der alte, den wir hatten, hatte eine Kapazität von 10kW, der neue aber wird 25kW haben und für den gesamten Hof mit den Wohnhäusern und die Kapelle ausreichen. Wir sind noch dabei, bei der staatlichen Elektrizitätsfirma um die Verlegung des großen Transformators des gesamten Siedlungsgebietes um einige Kilometer zu bitten, damit wir nicht immer wieder durch die häufige Überlastung des gesamten Netzes vom Strom abgeschnitten werden, was für die Tiefkühlanlage und die Maschinen ja verheerend wäre.

Aber dann kam wieder ein unverhoffter Schlag ins Kontor: Vor knapp vier Wochen riss ein sehr starker Tropensturm 50 Dachplatten des großen Versammlungshauses ab, die wir inzwischen ersetzt haben. – Für die Franziskanerinnen, die regelmäßig die geistliche Betreuung der Leute übernehmen, werden wir jetzt ein kleines Wohnhaus bauen, damit sie dort ausruhen und auch über Nacht bleiben können.

Alle unsere Männer, die sich bemühen, von den Drogen frei zu werden, sind Ende letzten Monats zu einem Treffen aller Patienten aller Höfe in Nordbrasilien nach Manaus gereist, wo Frei Hans Stapel OFM, der Gründer der Familie der Hoffnung, sie begrüßte und sich von ihnen verabschiedete. Denn auch er hat die Altersgrenze erreicht und sieht darauf, dass der Übergang zu seinen Nachfolgern reibungslos geschehen kann. Frei Hans hat am 24. Oktober wegen seiner verdienstvollen Tätigkeit vom deutschen Vizekonsul in Brasilien Uwe Heye das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Die Zeremonie wurde landesweit im Fernsehen übertragen.

 

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