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Übergabe des Ehrentitels eines "Ehrenbürgers von Cruzeiro do Sul"
Cruzeiro do Sul, den 11.12.2010
 Auf der Bühne die Stadtverordneten mit dem Präfekten und seiner Frau Antonia, der Bundestagsabgeordneten
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Am 10.12.2010 erhielt ich den Ehrentitel des "Erenbürgers von Cruzeiro do Sul" durch die Stadtverordneten auf ihrer letzten feierlichen Jahressitzung im Tempel der evangelischen "Assembléia de Deus", deren Pastor auch der geistliche Begleiter der Stadtkämmerer ist.
Mit deutscher Pünktlichkeit kam ich um 19:30 an – gleichzeitig mit mir auch mein Neffe Stefan, der Mitarbeiter Carlos Vitor und vom "Jesuskind von Nazareth" der stellvertretende Präsident Valdenísio. Als Vertreter unserer Gemeinschaft kam auch unser Oberer, Pe. Orlando, der noch eine heilige Messe gefeiert hatte, außerdem Pe. Carloshenrique Schader, der für sich und auch stellvertretend für Pe. Fritz Siegers den Ehrentitel erhalten sollte.
Wir warteten fast eine Stunde, bis endlich die Feierlichkeit begann und diejenigen, die den Ehrentitel erhalten sollten, nach vorne gerufen wurden. So konnte ich mich im Tempel auch ein wenig umsehen: Er ist ziemlich geräumig. Ich zählte 520 Sitzplätze, davon 480 auf gepolsterten Bankreihen; auf der Tribüne an die 40 Stühle, an der Vorderwand noch eine Hochtribüne mit der Möglichkeit, dass dort einige Menschen stehen. Vorne eine große Wandverzierung mit den Worten: "Jesus: Caminho, Verdade e Vida – Jesus: Weg, Wahrheit und Leben“. Daneben rechts und links zwei größere Plakate mit den Fotos der Stadtverordneten und Fotos von Cruzeiro do Sul. An den Seitenwänden ziemlich viele Klimaanlagen und Lautsprecher; eine recht gute Lautsprecheranlage mit Mischpult und einer Elektronikorgel auf der vorderen rechten Seite, die Temperatur angenehm, bei der Verspätung eine ziemlich nichts sagende Musik zur Zeitüberbrückung, die Verantwortlichen für das Protokoll noch im Gespräch. Endlich wurden die Stadtverordneten, der Präfekt Vagner Sales und seine Frau, die Bundestagsabgeordnete Antonia, auf die Bühne zu ihren Sitzen gerufen.
 Carloshenrique mit seinem Titel
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In dem Moment aber, als die Sitzung durch den Vorsitzenden der Abgeordnetenkammer feierlich eröffnet wurde, gab es in der Stromversorgung der Stadt einen Ausfall, so dass wir fast eine Viertelstunde im Dunkel saßen. In dieser Zeit kam noch Linda, die Frau von Maqueson, die sich neben mich setzte. Auch sie ist nicht in Cruzeiro geboren, sondern kommt aus Santa Catarina, und so erhielt auch sie später den Ehrentitel. – Endlich kam das Licht wieder, mit einem kurzen Gebet des Pastors und dem Gesang aller Strophen mit dem ebenso oft wiederholten Refrain der Stadthymne von Cruzeiro do Sul wurde die Sitzung eröffnet. Dann hatten alle Abgeordneten das Recht je fünf Minuten zu sprechen – was sie zum Glück nicht taten, denn ihr Portugiesisch ist wirklich nicht vorbildlich. – Hätten alle ihr Recht in Anspruch genommen, hätte dieser Programmpunkt schon 50 Minuten gedauert! Alle bis auf einen von ihnen (unser früherer Schüler Edvaldo, der jetzt auch zum Leiter des Syndikates der Lehrer gewählt wurde und eine höhere Ausbildung hat) haben nur einen Mittelschulabschluss.
Doch war es auch keine Schulstunde, und darum ging es ja nicht – sondern um die kurze Vorstellung der von ihnen vorgeschlagenen und von den übrigen Verordneten bestätigten Ehrenbürger. Auch der Präfekt kam zu Wort, der sich entschuldigte, dass er keinen Überrock trug, weil er gerade aus Brasília zurückgekommen sei, wohin er seine beiden Jackets mitgenommen hätte und kein anderes besitze. Da kaum einer der Verordneten mehr als zwei Minuten sprach, wohl aber der Präfekt ziemlich ausführlich und auch witzig, war dieser Teil des Programms nach etwa zwanzig Minuten beendet.
 Ich mit meinem Titel und dem Stadtverordneten Edvaldo, der einmal unser Seminarist war.
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Die ca. 30 Auserwählten wurden einzeln aufgerufen, jeder von ihnen mit höflichem Applaus bedacht, als ihnen vom jeweiligen Verordneten die in einem Rahmen unter Glas montierte Auszeichnung überreicht wurde. Mein Mitbruder Pe. Carloshenrique Schader und ich mussten fast bis zum Ende warten, weil Edvaldo, der uns vorgeschlagen hatte, in der Rangordnung offenbar nicht an erster Stelle steht. Und in der Mitte kam noch die Auszeichnung für Pe. Fritz Siegers, die von Carloshenrique stellvertretend in Empfang genommen wurde.
Nach dieser Überreichung hatten noch die Geehrten Gelegenheit, ein Dankeswort zu sagen – nicht wenige taten es, und jeder von ihnen auf sehr gute und ehrliche Weise. Das tat auch mit viel Begeisterung die Bundestagsabgeordnete, eine geborene Peruanerin, die ihre begeisterte Freude über die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches ausdrückte. – Auch Linda, die Frau Maquesons, die an ihren Mann erinnerte, der sich im Augenblick zur ärztlichen Behandlung außerhalb von Cruzeiro do Sul befindet und mit dem zusammen sie sich bemüht, durch die Ausbildung junger Menschen in ihrer Werkstatt der Stadt einen Namen zu machen und diesen Menschen eine Zukunft zu eröffnen. – Sie erwähnte auch mich in einer sehr ehrenden Weise, weil ich mich für Maquesons Ausbildung und die Missionsarbeit so eingesetzt hätte.
 Ich selbst bei meinen abschließenden Dankesworten.
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Mein Mitbruder Carloshenrique ergriff das Wort, dankte in seinem und in Fredericos Namen. Als letzter sprach ich und erzählte eine kleine arabische Geschichte, die ich am Morgen bei meinem Radioprogramm schon eingeflochten hatte, von zwei Brüdern, die sich unsterblich machen wollten: Der eine ließ in der Wüste einen riesigen Obelisken errichten, auf dem sein Name und seine Taten standen, der andere ließ einen Brunnen bohren, das Land bewässern und Fruchtbäume pflanzen, an dessen Früchten sich noch Generationen erfreuten, als der Obelisk längst vom Wüstensand zerfressen war. Genau so sei es mit allen, die einen Titel erhalten hätten: Jeder von ihnen hätte auf seine Weise etwas Gutes gesät und gepflanzt – möchte es noch viele Früchte bringen!
Anschließend gab es noch einen Cocktail für die Stadtverordneten und alle Ausgezeichneten, die Eingeladenen, ihre Freunde und Familienangehörigen – ein schöner Abschluß einer würdigen Feier!
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