P. Herbert Douteil CSSp
Jesus-Schriftzug am Flussufer
Diözese Cruzeiro do Sul / Brasilien

Missionsarbeit am Oberlauf des Amazonas

Rückkehr von Deutschland nach Brasilien
Cruzeiro do Sul, den 26.07.2011

Ich saß im Flugzeug auf dem Flug von Lissabon nach Brasilia, schaute noch einmal auf meinen gefüllten Ferienbesuchsplan und die lange Liste der Adressen – unter mir war der Ozean, Wolkenbänke bedeckten ihn – ich selbst dachte zurück an das Jubiläum von uns drei Überlebenden Albert Claus, Johannes Henschel und mir in Knechtsteden am 1. Mai, an die Feier am Pfingstsonntag in Speyer gemeinsam mit Albert Claus, an die letzte Feier in meiner Heimatgemeinde Grefrath am 26. Juni, an die vielen in der Zwischenzeit besuchten Pfarreien, Schulen, Gruppen in Deutschland, in der Schweiz und Österreich, an die vielen getroffenen Verwandten, Freunde, Wohltäter und Bekannten, besonders an meine durch einen Schlaganfall noch behinderte Schwester Maria – an die vielen Gespräche, die Eindrücke – ein tiefer Dank stieg hoch für so viel erfahrene Freundschaft, Aufmerksamkeit, Hilfen in jeder denkbaren Form – mit dem Dank formten sich Gebete für einen jeden...

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Das Flugzeug landete pünktlich in Brasília, der Weiterflug über Rio Branco nach Cruzeiro do Sul war kein Problem mehr, die Schutzengel hatten wieder gut aufgepaßt!
Hier warteten die Mitbrüder, die Mitarbeiter beim "Jesuskind von Nazareth", im "Bauernhof der Hoffnung", die Laienkatecheten in Sª Luzia – die Zeitumstellung und das heiße Klima, in das ich eintauchte, machten keine Schwierigkeiten, es war auch nicht viel Zeit zu verlieren, denn das Gespräch mit dem Bischof, der erste Distriktsrat und der erste Diözesanrat standen auf dem Plan – die Fahrten zu den Kapellengemeinden in Sª Luzia liefen planmäßig an – und noch einmal gab es eine Jubiläumsfeier am ersten Julisonntag in der voll besetzten Kathedrale im Beisein des Bischofs und fast aller Mitbrüder, die sich frei machen konnten. Bei dieser Feier schloß sich das Silberne Priesterjubiläum von Pe. Joachim Seifert, der jetzt am Oberlauf des Juruá eine schwierige Mission übernommen hat, an – hinterher gab es ein geselliges Beisammensein in der gefüllten „Barraca do Padre“ hinter dem Pfarrhaus. Diese Feiern setzen sich zur großen Freude der Kinder über die leckeren, von den Frauen gespendeten Kuchen allwöchentlich jetzt bis Ende August bei den monatlichen Besuchen in den Kapellengemeinden fort.

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Gemeinsam mit zwei Besucherinnen aus Deutschland besuchte ich den „Bauernhof der Hoffnung“ und sah die Fortschritte – sprach kurz mit den 13 Männern, die sich dort bei harter Arbeit von den Drogen frei machen und den Bauernhof ausbauen – sah die Fundamente für das von ihnen jetzt zu bauende Haus mit den Werkstätten und den Verwaltungsräumen – sah die Fische in den beiden besetzten Teichen, warf einen Blick auf das hinzugekaufte und jetzt schon gesäuberte Gelände. Möge der Herrgott unsere Pläne segnen, dass wir im nächsten Jahr auf 50 junge Menschen kommen, die sich von den Drogen befreien, und dass wir im übernächsten Jahr mit einem Bauernhof für junge Mädchen und Frauen beginnen können!

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Ich begann wieder mit den täglichen Radioprogrammen von je 30 Minuten, gab ein langes Fernsehinterview und besuche wieder die Kapellengemeinden entlang der Transamazônica und in Sª Luzia, es ist eine große Erleichterung, dass ich nun die neue Brücke und die kürzere Verbindungsstraße benutzen kann – jedesmal ist es eine Ersparnis von ca. 70 km und anderthalb Stunden!

Ich habe versucht, alle angekommenen Briefe zu beantworten, den Wohltätern zu danken und an die mir bekannten Geburts- und Namenstage dieses Monats Juli zu erinnern; ich arbeite mich nun langsam durch den Berg der zwischenzeitlich angekommenen Zeitschriften und Zeitungen – wie viel Nachrichten von Unglücken, Kriegen, von Schwierigkeiten weltweit! Wie viel müssen wir beten, dass Gott unsere Welt nicht aus seinen Händen läßt – dass Maria für uns eintritt und uns hilft, wo menschliche Hilfe aussichtslos zu sein scheint!

Im nächsten Monat werde ich meinen 76. Geburtstag feiern dürfen; wie viele noch folgen, weiß allein der Herrgott – ich bin bereit, meine Arbeit so gut, wie ich nur kann, weiter zu führen; allerdings merke ich je mehr auch die Grenzen, welche die Natur hat. So sage ich mir und den mir anvertrauten Menschen: So lange, wie Gott es will – und habt Erbarmen, wenn es einmal nicht so gut geht, wie ich möchte und Ihr es verdient!